Gegründet im Jahr 2003:
Unsere Ziele
Der Förderverein Landsynagoge Heubach e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die ehemalige Synagoge Heubachs zu erhalten und sie gemäß ihrer Funktion als Kultur- und Begegnungsstätte mit Leben zu füllen. Dafür engagieren wir uns bei der Pflege und dem Betrieb des kulturhistorisch wie religiös bedeutsamen Gebäudes.
Der Förderverein entstand im November 2003 im Zuge der Restaurierung des im Bestand bedrohten Gebäudes. Die Initiatorin des Restaurierungsprojektes, Pfarrerin Johanna Rau, wurde zur Vorsitzenden gewählt. Inzwischen hat der Verein sie zu seiner Ehrenvorsitzenden ernannt.
Bild rechts: „Erkenne, vor wem Du stehst“, mahnt die Gedenktafel an der Wand, an der einst der Toraschrein stand. Der Satz stammt aus der Mischna, einer Niederschrift der „mündlichen Tora“.
Über uns
Wir sind ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt. Spenden, über die wir uns sehr freuen, sind daher steuerlich absetzbar. Derzeit haben wir rund 50 Mitglieder, die nicht nur in Heubach, sondern in der gesamten Region und darüber hinaus zu Hause sind. Zu den Kosten der Restaurierung steuerte der Verein aus eigenen Mitteln 65.000,– € bei. Derzeit investiert der Verein pro Jahr ca. 5.000,– € in die Ausrichtung von Veranstaltungen.
Der Förderverein lebt in einem hohen Maße vom Engagement seiner Mitglieder und ihrer Bereitschaft, sich in eine zunächst fremd erscheinende Lebensweise einzufühlen, um sie dann auch anderen gegenüber darstellen zu können. Damit zeigen sich die Mitglieder sensibel für ihre besondere Verantwortung – auch in aktuellen gesellschaftlichen Debatten. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag zu Verständigung und Verständnis zwischen unterschiedlichen Religionen und Lebensformen.
Der amtierende Vorstand
Vorsitzender: Hartmut Zimmermann / Stellvertretende Vorsitzende: Claudia Schäfer / Kassierer: Stephan Büttner / Schriftführerin: Brigitte Fehl
Ehrenvorsitzende: Johanna Rau
Das tun wir
Um dem Anspruch einer Kultur- und Begegnungsstätte gerecht zu werden, bieten wir unterschiedlichste Veranstaltungen an. Führungen, Vorträge, Lesungen, Exkursionen, Konzerte und Ausstellungen – unser Themenspektrum ist vielfältig. Maßstab ist hierbei unser Ziel, für ein friedliches Miteinander und Toleranz ungeachtet religiöser, kultureller oder ethnischer Unterschiede einzutreten und zu werben.
In der Regel bieten wir einmal im Monat eine Veranstaltung an. Bei unseren Angeboten nehmen wir keinen Eintritt, um niemanden von der Teilnahme auszuschließen. Stattdessen bitten wir am Ausgang um angemessene Spenden.
Um die Bedeutung des Gebäudes und seiner Geschichte bekannt zu machen, bieten Vereinsmitglieder immer wieder Führungen an. Zudem pflegt der Verein die Zusammenarbeit mit Einzelpersonen, Verbänden und Gruppierungen in der Region, die sich um die Pflege des jüdischen Erbes kümmern sowie für Toleranz und Menschenwürde eintreten.
Beispielprojekt: Wie der Seelenvogel in die Synagoge kam
Haustiere haben in der Synagoge nichts zu suchen. Aber einen tierischen Gast haben wir (neben diversen Spinnen) doch: den Seelenvogel!
Er ist seit dem Jahr 2018 bei uns zu Hause. Und eigentlich ist es kein wirklicher Vogel – sondern ein ganz besonderes Bilderbuch, das „Der Seelenvogel“ heißt. Die israelische Autorin Micha Snunit hat es geschaffen. Mit ganz einfachen Schwarz-Weiß-Zeichnungen beschreibt sie, was es mit der Seele des Menschen auf sich hat – so, dass es große und kleine Menschen verstehen können.
Die „Heubacher Synagogenmäuse“, eine Gruppe von Kindern aus der Region, hat dieses Buch neu illustriert und, angeleitet von Henrike Frohnapfel, dem Seelenvogel Farben verliehen. Mit den nun bunten Zeichnungen, in denen die Farben etwas über die jeweilige Stimmung des Seelenvogels verraten, hat der Verein das Buch neu gedruckt – mit ausdrücklicher Zustimmung der in Israel lebenden Autorin.
Möglich wurde das durch die finanzielle Unterstützung des Projekts LandKulturPerlen, das sich die Förderung der kulturellen Bildung im ländlichen Raum Hessens zur Aufgabe gemacht hat.
Das kleine Buch kann zum Preis von 5 € in Heubachs Synagoge erworben werden.
Ja zum Gedenken – Nein zur AfD-Haltung
Politische Statements sind nicht die Hauptaufgabe des Fördervereins. Einmal jedoch hat sich der Vorstand bislang öffentlich zu Wort gemeldet: „Wir haben keine Angst vor dem Erinnern“ lautet die Überschrift einer Stellungnahme, mit der der Verein auf eine Aussage von Martin Hohmann (AfD) reagierte.
Hohmann, damals noch Bundestagskandidat, hatte sich im Januar 2017 in einem Interview der „Fuldaer Zeitung“ hinter seinen rechtsradikalen Parteifreund Bernd Höcke gestellt, der für Deutschland eine „180-Grad-Wende der Erinnerungspolitik“ gefordert hatte.
Dieser Aussage trat der Vorstand um den Vorsitzenden Hartmut Zimmermann, dessen Stellvertreterin Claudia Schäfer und die Ehrenvorsitzende Johanna Rau klar entgegen: „Wir versuchen zu verstehen, wie es geschehen konnte, dass Menschen einander nicht mehr als Menschen erkannten, sondern es als normal hinnahmen, das einer Weise zu ändern, dass die Verfolgung und Ermordung von Millionen Männern, Frauen und Kindern rechtmäßig wurden“, heißt es in dem Votum. „In unserer Mitte geschah ein Verbrechen, und wir versuchen zu erinnern, wir versuchen Mosaiksteinchen zusammenzusetzen und zu verstehen, damit ein solches Verbrechen, das solches Leid, solchen Schmerz, solche Vernichtung von Menschlichkeit hervorbrachte, sich nicht wiederholen kann. Diese Arbeit ist zutiefst menschlich.“
Das Interview mit Martin Hohmann (AfD) erschien am 21. Januar 2017 in der „Fuldaer Zeitung“ > zum Zeitungsartikel. Der Förderverein widersprach dem AfD-Mann mit dieser Stellungnahme
So erfahren Sie auch künftig von unseren Aktionen …
Über unsere Angebote informieren wir mit einem zweimal im Jahr erscheinendes Veranstaltungs-Flyer, aber auch über die regionalen Medien. Wer auf dem Laufenden bleiben möchte, der kann sich gerne für unseren Newsletter anmelden, mit dem wir jeweils auf die aktuellen Termine hinweisen, aber auch dann und wann auf weitere interessante Angebote aufmerksam machen. Mit einer Nachricht an info@synagoge-heubach.de kann man sich in den Verteiler aufnehmen lassen.
Zudem können Sie den jeweils aktuellen Veranstaltungsflyer > hier herunterladen
























